Gründungsjahr: 1975

Gründungsgeschichte:

„Bierkär – Hexen“
Am 4. September 1975 unterzeichneten folgende 15 Gründungsmitglieder die Eintrittserklärung in die Hexengruppe des „Narrenvereins Goldkäfers e.V.“:
Siegfried Zindel Dieter Grötzinger
Josef Bucher Roland Graf
Klaus Reiß Gerald Kaiser
Uwe Marent Horst Oswald
Heinz Schmid Gerda Schmid
Horst Schmid Adelbert Schmid
Rudi Schmid Inge Schmid
Josef Schmid  


Begonnen hatte alles mit dem närrischen Treiben eines „wilden Haufens“ junger Leute, die bei den Fasnachtsumzügen 1974 und 1975 mitzogen. Nach dem Aschermittwoch 1975 wurde spontan beschlossen, künftig in einem gemeinsamen Häs die schönste Jahreszeit zu feiern. Rädelsführer hierbei waren „Siggilein“ Siegfried Zindel, und „Heinzilein“ Heinz Schmid sowie ein weiteres Umfeld aus dem „Schmid-Clan“. 

Die Bierkär-Hexen leiten ihren Namen von einem altem Brauerei-Keller im örtlichen Gewand „Weingarten“ ab. Um diese Gegend und besonders um die nahegelegene Weiherlandschaft ranken sich einige sagenhafte Erzählungen:
Gespenstische Lichter und Gestalten
(entnommen aus dem Buch der Sagen)


Zwischen Mühlhofen und Mimmenhausen liegt rings von Wald umgeben der Killenweiher. Dort sollen des Nachts, besonders in der St. Andreas- und Nikolausnacht, sehr oft Lichter gesehen worden sein, die gespenstisch auf dem Wasserspiegel umhertanzten oder blitzschnell über die Strasse huschten. Auch kam es vor, dass Leute, die um diese Zeit am Killenweiher vorübergingen, schwarze Gestalten sahen, die bis ans Ende des Weihers nebenher gingen, ohne den Leuten ein Leid anzutun. Mitunter gesellte sich noch en schwarzer Mann hinzu, der keinen Kopf hatte und einen Stecken in der Hand trug.

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Einmal schritten zwei Wanderer am Ufer dahin. Da verspürte der eine plötzlich eine schwere Last auf seinem Rücken, die ihn fast zu Boden drückte. Er stöhnte und schwitzte und konnte kaum weitergehen. „Komm doch – in Gottes Namen!“ rief ihm sein Weggefährte zu. In diesem Augenblick war er plötzlich von seiner Last befreit und konnte wieder ganz leicht gehen.

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Der Entwurf für die Maske stammt von dem in Breisach ansässigen Holzschnitzer Roth. Die grün gehaltene Larve war in den Gründerjahren der Hexen von einem ocker-gelben Kopftuch eingefasst. Als Oberbekleidung diente eine Bluse mit Blümchenmuster, kurz „Gärtnerbluse“ genannt. Darunter trug die Mimmenhauser Hexe einen grün-weiß-braun gefleckten Rock zusammen mit einer grünen Leinenschürze und weiß-blauen Ringelstrümpfen.

Nach ersten Korrekturen im Jahre 1980 wurde 1987 das Häs letztmals überarbeitet. Die grüne Maske blieb unverändert und wird jetzt von einem orangefarbenen Kopftuch umrankt; außerdem baumeln seitlich zwei silberweiße Hanfzöpfe herunter. Zu einer fliederfarbenen Bluse trägt die heutige Hexe einen schwarzen Feincord-Rock, der mit orangefarbenen Flecken bestückt ist. Über dem Rock wird eine ebenfalls orangefarbene Schürze getragen, auf der das Mimmenhauser Dorfwappen prangt. Die Strümpfe sind inzwischen schwarz-orange geringelt und als Schuhe werden einheitlich schwarze, halbhohe Schnürstiefel getragen. Bei den Umzügen führt jede Hexe einen Besen mit. Wer diesen vergisst oder irgendwo stehen lässt, muß nicht nur mit dem Spott der anderen Hexen, sondern auch mit einer empfindlichen Strafe rechnen.


Aktivitäten:

Im Bierkär lagerte in früheren Jahren die ortsansässige Brauerei das frischgebraute Bier. Damals schnitt man in den Wintermonaten mühselig Eisplatten aus den nahgelegenen, zugefrorenen Weihern. Diese Blöcke wurde im Bierkär gelagert und dienten in der Sommerzeit zur erstklassigen Kühlung.

Die Hexengruppe restaurierte in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand und mit der Unterstützung örtlicher Unternehmen dieses fast vergessene historische Bau- und Braudenkmal und machte es so der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Neben diesem absoluten Höhepunkt zeigen die Bierkär-Hexen auch unter dem Jahr viele Aktivitäten. Als Beispiele seien der Ausflug am 1. Mai, Radtouren, Hüttenaufenthalte, Jahresausflüge oder die Bierkär- und Hexenfeste genannt.

Unsere Hexenmeister:

1. Hexenmeister 2. Hexenmeister
Siegfried Zindel (1975 – 1985) Rudi Schmid (1975 – 1980)
Horst Schmid (1985 – 1998) Josef Bucher (1980 – 1991)
Gunter Göpfert (1998 – 1999) Hans Jürgen Weber (1991 – 1994)
Josef Zeller (seit 1999 - 2004) Udo Kugler (1994 – 1998)
  Ralf Winter (1998 - 2000)
  Horst Osswald (2000 – 2002)
  Ralf Winter (seit 2002)
Ralf Winter ( 2004 - 2010 ) Katja Kugler ( 2004 - 2010 )

Angela Eichert ( 2010 - 2015 )

Christian Dietz ( ab 2010 )

Christian Dietz mit Christian Meyer (seit 2015 )


Mimmenhausen, im Dezember 2015